Untersuchungsmethoden. Blick ins Innere des Körpers

Kapselendoskopie

KapselendoskopieDiese seit zehn Jahren angewandte Methode liefert Bilder aus dem Dünndarm. Der Patient verschluckt eine etwa zwei Zentimeter große Kapsel. Sie enthält eine Kamera und einen kleinen Sender. Der Patient bekommt einen Gürtel mit einem Empfänger umgeschnallt, der in den nächsten Stunden die Bilder aufzeichnet, die die Minikamera von ihrer Reise durch den Dünndarm im Sekundentakt sendet. Vor dem Verschlucken der Kapsel gibt es Abführmittel, damit die Kamera freie Sicht hat. Operative Eingriffe wie bei der Darmspiegelung sind bei dieser Technik nicht möglich. Auch war es bisher nicht möglich, die Kamera gezielt zu steuern. Ein erstes Modell mit magnetischer Steuerung von außen durch den Arzt wurde 2010 vorgestellt. Die Bilder sind bei chronischen Dünndarmerkrankungen und bei Verdacht auf Blutungen aussagekräftiger als die einer Computertomografie und vermeiden deren Strahlenbelastung. Tumoröse Erkrankungen oder Darmwandverdickungen lassen sich auch über Computer- oder Kernspintomografie oder aber per Ultraschall erkennen. Die gesetzlichen Kassen zahlen diese etwa 1.100 bis 1.300 Euro teure Untersuchung derzeit höchstens auf Antrag.

Doppelballon-Enteroskopie

Doppelballon-EnteroskopieBei der ebenfalls erst seit wenigen Jahren verfügbaren Doppelballon-Enteroskopie handelt es sich um eine Endoskopie mit einem zwei Meter langen Gerät, mit dem der gesamte Dünndarm endoskopisch untersucht werden kann. Der Patient erhält Beruhigungsmittel und verschläft den Eingriff weitgehend. Wie bei den sonstigen Endoskopien auch können Mediziner dabei Eingriffe vornehmen und beispielsweise Gewebeproben entnehmen. Nicht selten sind zwei Untersuchungen erforderlich. Bei der ersten wird das Endoskop über den Mund eingeführt, für die vordere Hälfte des Dünndarms. Die zweite Untersuchung erfolgt über den After. Allerdings verfügen nur wenige Krankenhäuser über eine entsprechende Ausstattung.

Dickdarmspiegelung (Koloskopie)

DickdarmspiegelungIn den After wird ein kleiner dünner Glasfaserschlauch mit Kamera und Instrumenten eingeführt. Die Untersuchung liefert nicht nur Bilder des Darminneren, sondern bietet auch die Möglichkeit, Gewebeproben zu entnehmen oder Polypen und kleine gutartige Geschwulste direkt zu entfernen. Vor der Untersuchung muss der Darm entleert werden. Dazu bekommt der Patient ein hoch dosiertes Abführmittel verabreicht, manchmal ist auch ein Einlauf, also eine Darmspülung über den After, erforderlich. Die Untersuchung ist unangenehm und kann auch schmerzhaft sein. Deshalb spritzt der Arzt manchmal vorbeugend ein Schmerzmittel. Bei starker Angst oder Nervosität hilft ein Beruhigungsmittel. Untersuchen lassen sich so der gesamte Dickdarm und das letzte Stück des Dünndarms. Schaut der Arzt sich nur den Enddarm an, spricht er von Rektoskopie. Dafür sind in der Regel keine Medikamente notwendig. Die Darmspiegelung ist die wichtigste Methode zur Früherkennung von Dickdarmkrebs. Deshalb werden die Kosten unter bestimmten Voraussetzungen von den gesetzlichen Kassen übernommen.

Ultraschall (Sonografie)

SonografieDie Untersuchung mit Hilfe von Schallwellen ist eine häufig angewandte Methode. Eine Sonde, die Ultraschallwellen ausstößt, wird von außen über die Bauchdecke geführt. Die verschiedenen Gewebearten reflektieren den Schall unterschiedlich, die Sonde zeichnet das Echo auf, spezielle Messgeräte setzen es in Monitorbilder um. Die Sonografie erfordert keinen großen Aufwand, bereitet dem Patienten keinerlei Beschwerden und gibt dem Arzt bei unklaren Beschwerden wichtige Einblicke in den gesamten Bauchraum. Er kann grobe Veränderungen erkennen, etwa krankhaft vergrößerte und entzündete Organe, Geschwulste außerhalb von Magen und Darm sowie große Gallensteine. Mit modernen hochauflösenden Geräten kann ein erfahrener Mediziner durchaus kleine Veränderungen im Millimeterbereich nachweisen.

Computertomografie

ComputertomografieMit Hilfe von Röntgenstrahlen lässt sich der gesamte Verdauungstrakt Schicht für Schicht abbilden. Damit das Verfahren aussagekräftige Bilder liefert, muss der Patient ein breiiges Röntgenkontrastmittel schlucken. Außerdem darf er bei der Untersuchung von Magen oder Dünndarm acht bis zwölf Stunden vorher nichts zu essen. Nicht geeignet ist die Computertomografie (CT) bei Schwangerschaft, Schilddrüsenüberfunktion, Nierenerkrankungen und Allergien gegen Kontrastmittel. Die Strahlenbelastung bei einer CT-Untersuchung ist wesentlich höher als beim herkömmlichen Röntgen. Zudem liefert die Endoskopie meist bessere Bilder. Deshalb wird die CT nur in bestimmten Fällen eingesetzt, etwa bei Tumorerkrankungen oder Entzündungen der Bauchspeicheldrüse.

Kernspintomografie

KernspintomografieBei der Kernspin- oder Magnetresonanztomografie (MRT) liefert ein starkes Magnetfeld schichtweise Bilder aus dem Bauchraum. Das Verfahren kommt also ohne schädliche Röntgenstrahlung und ohne Kontrastmittel aus. Es eignet sich gut bei Beschwerden von Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse, wenn die Ultraschallbilder keine klare Diagnose zulassen. Mit einer speziellen MRT-Technik lassen sich auch Dünndarmbilder gewinnen, mit denen sich zum Beispiel Aktivität und Ausdehnung eines Morbus Crohn erkennen lassen.

Weitere Untersuchungen

Tests auf Allergien und Unverträglichkeiten: Verdauungsprobleme können auch durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten hervorgerufen werden, zum Beispiel gegen Gluten, ein Eiweiß, das in fast allen Getreidearten vorkommt. Diese sogenannte Zöliakie lässt sich durch spezielle Antikörper im Blut sowie eine Untersuchung der Darmzotten mittels Gewebeprobe nachweisen. Bei Allergien wird die Sensibilisierung durch einen Haut- oder Bluttest nachgewiesen. Ob das Nahrungsmittel tatsächlich die Allergie hervorruft, zeigt dann eine entsprechende Diät. Der IgG-Test (Immu-Pro 300), den einige Labore und auch Ärzte anbieten, ist nicht aussagekräftig und daher nicht empfehlenswert.

Atemtests: Bei diesen neu entwickelten Untersuchungsmethoden wird die ausgeatmete Luft untersucht. Bei einigen Erkrankungen ändert sich deren Zusammensetzung in einer typischen und messbaren Weise. Wichtigste Beispiele sind Milch- und Fruchtzuckerunverträglichkeit, die sich oft in Darmproblemen äußern. Die Untersuchung macht sich zunutze, dass Bakterien einige Stunden nach dem Genuss von Milch oder Obst im Dickdarm Wasserstoff vom nicht verdauten Milch- bzw. Fruchtzucker abspalten. Der Wasserstoff gelangt über das Blut in die Lunge und lässt sich im Atem nachweisen.

Manometrie: Dieses selten gebrauchte Verfahren überprüft, ob die Schließmuskel am After richtig funktionieren. Dazu misst eine Sonde den Luftdruck im Normalzustand und beim Pressen. So versucht man, die Ursache von Inkontinenzproblemen zu finden.